Synthetischer Vermögenswert

Zuletzt aktualisiert 24. Sept. 2026

Kurz gesagt

Ein synthetischer Vermögenswert ist ein Finanzinstrument, das die Entwicklung eines Referenzwerts oder Index abbilden soll, ohne den Basiswert zwingend zu halten.

Ein synthetischer Vermögenswert bildet über vertragliche Regeln das wirtschaftliche Engagement in einem anderen Vermögenswert, Korb oder Index teilweise oder vollständig nach. In DeFi kann dieses Engagement durch einen Token oder eine Derivateposition dargestellt werden, deren Wert von einem Referenzpreis abhängt. Der Besitz verleiht nicht automatisch Eigentum, Stimmrechte oder einen Lieferanspruch am Basiswert.

Wie die Abbildung entsteht

Ein Protokoll kann Sicherheiten, Preisorakel und Abwicklungsregeln verwenden, um Ansprüche der Inhaber zu berechnen. Manche Modelle bündeln Sicherheiten mehrerer Positionen, andere trennen jede Position. Ausgabe, Rücknahme, Marginanforderungen und Liquidation bestimmen die finanzielle Deckung sowie den Ein- und Ausstieg.

Ein synthetisches Goldinstrument kann beispielsweise den Goldpreis nachbilden und gleichzeitig in Kryptowährung abrechnen. Sein Inhaber hat nicht unbedingt einen Anspruch auf einen bestimmten Goldbarren. Die tatsächlichen Rechte ergeben sich aus den Vertragsbedingungen.

Warum Abweichungen entstehen

Synthetische Instrumente können schwer zugängliche Märkte erschließen, doch der Referenzpreis garantiert keinen entsprechenden Handelspreis. Gebühren, Fundingzahlungen, geringe Liquidität, Orakelfehler und unzureichende Sicherheiten beeinflussen das Ergebnis. Bei einem durch tatsächlich verwahrte Vermögenswerte gedeckten Token sind Eigentum und Abwicklung daher anders zu prüfen als bei einem rein synthetischen Instrument.