Ein Preisorakel stellt einer Blockchain-Anwendung Vermögenspreise bereit. Kreditprotokolle bewerten damit Sicherheiten und Schulden; Derivateverträge können sie für Abrechnung oder Risikoberechnungen nutzen. Das Kurspaar ist entscheidend: Ein ETH/USD-Feed beschreibt ein anderes Verhältnis als ein ETH/BTC-Feed.
Wie ein Referenzpreis entsteht
Ein Orakel kann Beobachtungen mehrerer Märkte und Melder zusammenführen oder einen zeitgewichteten Durchschnitt aus Onchain-Handelspools ableiten. Diese Methoden beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Durchschnitt über einen vergangenen Zeitraum glättet kurze Preisbewegungen, kann einem schnell wechselnden Markt aber hinterherlaufen.
Aktualisierungen können einem Zeitplan, einer Preisabweichungsschwelle oder einer Anfrage folgen. Ein angezeigter Wert ist daher nicht zwingend ein aktueller, ausführbarer Kurs. Zeitstempel, Dezimalskalierung, Marktabdeckung und Aktualisierungsregeln gehören zu seiner Bedeutung.
Von Daten zur Liquidation
Ein Kreditvertrag kann anhand des gemeldeten Preises prüfen, ob die Sicherheiten seine Anforderungen noch erfüllen. Falsche oder veraltete Daten können folglich übermäßige Kreditaufnahme erlauben oder unangemessene Liquidationen auslösen.
Mehrere Quellen können die Widerstandsfähigkeit erhöhen; längere Durchschnittszeiträume können kurzfristige Manipulation erschweren. Beides beseitigt nicht jedes Ausfallrisiko. Anwendungen benötigen weiterhin passende Liquiditätsannahmen, Aktualitätsprüfungen und festgelegtes Verhalten bei Ausfällen oder außergewöhnlichen Marktbedingungen.