Open Interest misst ausstehende Derivatekontrakte, die noch nicht geschlossen oder abgerechnet wurden. Jeder Kontrakt hat eine Long- und eine Short-Seite; die übliche Kontraktzählung zählt dieses Paar jedoch einmal, nicht doppelt.
Wie sich die Zahl verändert
Eröffnen ein neuer Käufer und Verkäufer gemeinsam einen Kontrakt, steigt Open Interest um eins. Schließen beide Seiten einen bestehenden Kontrakt, sinkt es um eins. Überträgt ein bisheriger Halter Exposure auf einen neuen, kann die Zahl trotz steigendem Handelsvolumen gleich bleiben.
Volumen misst Handelsaktivität über einen Zeitraum, Open Interest verbleibende Exposure zu einem Zeitpunkt. Beide beantworten unterschiedliche Fragen und sind nicht austauschbar.
Daten sorgfältig lesen
Kryptodashboards können Open Interest in Kontrakten, Coin-Einheiten oder Währungswerten angeben. Ein Währungswert kann durch höhere Preise steigen, obwohl die Kontraktzahl unverändert ist. Für Vergleiche müssen Einheiten, Instrumente, Handelsplätze und Zeitpunkte übereinstimmen.
Steigendes Open Interest beweist allein keine bullische Stimmung, denn jeder neue Kontrakt hat auch einen Verkäufer. Preise, Funding und Positionierung helfen bei der Einordnung. Die Kennzahl allein zeigt aber weder individuelle Motive noch die nächste Marktbewegung zuverlässig.