Die Marktstimmung beschreibt, wie Marktteilnehmer die Aussichten eines Vermögenswerts gemeinsam einschätzen. Optimismus wird oft als bullische, Pessimismus als bärische Stimmung bezeichnet. Diese Haltungen können die Bereitschaft zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen beeinflussen. Sie entsprechen aber nicht der technischen Qualität, tatsächlichen Nutzung oder dem finanziellen Wert eines Vermögenswerts.
Wie Stimmung abgeleitet wird
Analysten betrachten Umfragen, Nachrichten, soziale Diskussionen, Suchaktivität sowie Handels- oder Positionsdaten. Jeder Blickwinkel erfasst Erwartungen nur unvollständig. Viele begeisterte Beiträge können beispielsweise aus einer koordinierten Werbekampagne stammen statt aus einer breiten Zunahme tatsächlicher Kaufnachfrage. Ein Suchanstieg kann Neugier oder Sorge anzeigen, ohne erkennen zu lassen, was überwiegt.
Stimmung kann außerdem zwischen Vermögenswerten, Communities und Zeithorizonten variieren. Jemand kann Bitcoins langfristige Aussichten positiv sehen und dennoch kurzfristige Verluste erwarten.
Stimmung und Kurs beeinflussen sich gegenseitig
Gute Nachrichten können Vertrauen stärken und Käufer anziehen; steigende Kurse verstärken wiederum den Optimismus. Derselbe Rückkopplungseffekt kann beim Ausverkauf auftreten. Ursache und Wirkung lassen sich dadurch schwer trennen. Extremer Optimismus bestimmt keinen exakten Höchststand, Angst bestätigt keinen Boden. Stimmung liefert Verhaltenskontext, für sich allein jedoch keine verlässliche Prognose.