Definition
Governance legt fest, wie kollektive Entscheidungen entstehen und ausgeführt werden. Im Kryptobereich betrifft das etwa Software-Upgrades, Risikoparameter, Treasury-Ausgaben oder die Ernennung von Mitwirkenden. On-chain-Abstimmungen, öffentliche Diskussionen, delegierte Befugnisse und Entscheidungen von Nutzern und Softwarebetreibern können dazugehören.
Funktionsweise
Ein Governance-Verfahren bestimmt, wer Vorschläge einbringen darf, wie Zustimmung gemessen wird und wer Beschlüsse umsetzen kann. Manche Systeme gewichten Stimmen nach Tokenbesitz; andere setzen auf Mitgliedschaft, Reputation oder informelle Abstimmung. Zustimmung und Umsetzung sind getrennte Schritte. Neben regulären Verfahren können Notfallbefugnisse bestehen.
Anwendungen und Grenzen
Ein Governance-Token verleiht nicht automatisch Unternehmenseigentum oder rechtlich durchsetzbare Ertragsansprüche. Stimmrechte können konzentriert, die Beteiligung niedrig und Administratorrechte weitreichend sein. Öffentliche Diskussion bedeutet ebenfalls nicht gleichen Einfluss. Um die tatsächliche Governance zu beurteilen, sind Vorschlagsregeln, Stimmverteilung, Ausführungsrechte und Möglichkeiten zur Änderung oder Umgehung dieser Regeln zu prüfen.