Die südkoreanische Polizei hat den Bithumb-CEO Lee Jae-won formell als Verdächtigen in ihrer laufenden Bestechungsuntersuchung benannt und erwähnt, dass der CEO den Sohn eines unabhängigen Abgeordneten als politische Gefälligkeit eingestellt hat.
Die Entwicklung ist Teil einer Reihe von Anklagen und Geldstrafen, die gegen die Börse gerichtet sind, und lässt sie seit Anfang 2026 eine Krise nach der anderen bewältigen.
Als Zeichen des Vertrauens wird erwartet, dass der Vorstand Lee für eine neue zweijährige Amtszeit wieder einsetzt und dabei auf Kontinuität statt Veränderung setzt. Das erscheint jedoch jetzt, da er zum Verdächtigen gemacht wurde, weniger wahrscheinlich.
Was haben die Polizeibeamten in Seoul über den Bithumb-CEO gesagt? Die Einheit für öffentliche Kriminalitätsuntersuchungen der Seoul Metropolitan Police Agency gab bekannt, dass sie heute mit den Ermittlungen gegen Bithumb-CEO Lee Jae-won begonnen hat. Sie glauben, dass der CEO seine Macht unrechtmäßig ausgeübt hat, indem er dem Sohn eines unabhängigen Abgeordneten nach einem Treffen in einem Restaurant im Mapo-Bezirk von Seoul im November einen Job bei Bithumb gab.
Die Informationen wurden von einem ehemaligen Assistenten, der für Kim gearbeitet hatte, geleakt und führten die Polizei zu der Annahme, dass die Entscheidung innerhalb von zwei Monaten nach dem Treffen der beiden Parteien getroffen wurde.
Dies ließ die Polizei vermuten, dass die Einstellung mit Kims Mitgliedschaft im Politikausschuss der Nationalversammlung zusammenhing, der die Financial Services Commission in Südkorea überwacht.
Die Polizei glaubt außerdem, dass Kim seine Ausschussposition nutzte, um Dunamu, das für die rivalisierende Börse Upbit verantwortlich ist, herauszufordern. Zusätzlich gab es einen ehemaligen Mitarbeiter, der im September 2025 als Berater eingestellt wurde und von den Ermittlern möglicherweise mit dem aktuellen Problem in Verbindung gebracht wird.
Wie hängt das mit den anderen Problemen von Bithumb zusammen? Dieser neue Fall reiht sich in die Liste der Fälle ein, die dieses Jahr gegen die Börse aufgestapelt wurden. Im März erließ die südkoreanische Financial Intelligence Unit eine sechsmonatige Teilstilllegung und eine Geldstrafe von 24,2 Millionen US‑Dollar, nachdem sie die Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche nicht erfüllt hatte. Bithumb legte gegen die Stilllegung Berufung ein und ließ sie vorübergehend blockieren, aber sie ist noch nicht aufgehoben.
Davor jedoch führte im Februar ein Fehler eines Mitarbeiters dazu, dass etwa 620.000 Bitcoins versehentlich an Nutzer gesendet wurden.
Während Bithumb behauptet, das Problem innerhalb von 35 Minuten entdeckt und behoben zu haben, weckte der Vorfall größere Bedenken darüber, wie die Börse ihre internen Systeme verwaltet. Dies führte dazu, dass die Aufsichtsbehörden strengere Kontrollen für alle südkoreanischen Krypto‑Plattformen einführten.
Warum steht die Krypto‑Industrie Südkoreas vor rechtlichen Problemen? Eine Führungsposition im südkoreanischen Krypto‑Umfeld zu bekleiden, scheint im Moment ein Extremsport zu sein. Der Bithumb-CEO vor Lee wurde wegen Annahme von Bestechungsgeldern zur Listung bestimmter Projekte verurteilt und nach den Ermittlungen zu zweijähriger Haft verurteilt.
Der Upbit-CEO Lee Sirgoo verließ 2025 seine Position, nachdem die Börse wegen ihres eigenen Versagens bei der Geldwäschebekämpfung gerügt wurde.
Ein Hauptgrund, warum Lee so lange bei Bithumb bleiben konnte, liegt in einer Lücke im südkoreanischen Recht, das Krypto‑Börsen nicht als Finanzinstitute anerkennt und daher nicht verlangt, dass der CEO nach regulatorischen Problemen zurücktritt.
Diese Lücke scheint bald geschlossen zu werden, da Südkorea seine Vorschriften und Regulierungen für die Krypto‑Industrie verschärft.
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