Anthropic hat am 11. Mai alle unautorisierten Sekundärgeschäfte mit seiner Aktie für null erklärt, ein Schritt, vor dem der Krypto‑Anwalt Gabriel Shapiro warnte, dass er erhebliche Rechtsstreitigkeiten nach dem Recht von Delaware auslösen und Wellen durch die globalen Privatmärkte senden könnte, in denen die Bewertung des KI‑Unternehmens kürzlich die Marke von 1 Billion US‑Dollar überschritten hat.
Das Unternehmen veröffentlichte eine Mitteilung, in der steht, dass jeder Verkauf oder jede Übertragung seiner Aktien ohne ausdrückliche Genehmigung des Vorstands „null ist und in unseren Büchern und Aufzeichnungen nicht anerkannt wird“, so eine Seite im Claude Help Center von Anthropic. Die Richtlinie deckt direkte Verkäufe, wirtschaftliche Beteiligungen, Terminkontrakte, Zweckgesellschaften und tokenisierte Wertpapiere ab.
Was Anthropic tatsächlich getan hat Anthropics Übertragungsbeschränkungen, die in seiner Unternehmenssatzung verankert sind, annullieren nun Aktiengeschäfte auf Sekundärplattformen, darunter Forge Global und Hiive, zwei der größten Börsen für Privatmärkte.
Das Unternehmen veröffentlichte eine Liste von Firmen, die es als unautorisiert betrachtet. Dazu gehören Open Door Partners, Unicorns Exchange, Pachamama, Lionheart Ventures, Sydecar, Upmarket sowie neue Angebote auf Forge und Hiive, laut seiner Support‑Seite. Jeder, der über diese Kanäle Aktien erworben hat, besitzt keine anerkannten Aktionärsrechte.
Nur wenige Wochen zuvor hatte die implizite Bewertung von Anthropic auf Forge Global etwa 1 Billion US‑Dollar erreicht und damit den Sekundärmarktpreis von OpenAI in Höhe von 852 Milliarden US‑Dollar übertroffen. Forge‑CEO Kelly Rodriques bestätigte die Bewertung, und ein Aktionär bot angeblich an, über Saints Capital zu einem impliziten Wert von 1,15 Billionen US‑Dollar zu verkaufen.
Warum die rechtliche Formulierung wichtig ist Shapiro, Gründer der Krypto‑Rechtskanzlei MetaLeX, wies darauf hin, dass das Wort „null“ die aggressivste rechtliche Position sei, die Anthropic hätte wählen können. Nach dem Gesellschaftsrecht von Delaware eliminiert die Erklärung von Übertragungen als null, statt anfechtbar, die meisten billigen Verteidigungen, die nachgelagerten Käufern zur Verfügung stehen.
Ich bin überrascht, dass nicht mehr Leute dieser Aktualisierung von Anthropic zu seiner Aktienrichtlinie Aufmerksamkeit schenken. Das scheint ein potenzielles Bombe zu sein.
Es gibt einen aktiven Sekundärmarkt, angeblich für Anthropic‑Aktien oder Derivate, einschließlich auf ziemlich renommierten (oder zumindest bekannten) Plattformen… pic.twitter.com/r9yWSsLc9K
— _gabrielShapir0 (@lex_node) May 11, 2026 Der Unterschied ist nicht nur theoretisch. Eine anfechtbare Übertragung kann potenziell ratifiziert oder vor Gericht verteidigt werden. Eine null erklärte Übertragung hat theoretisch nie existiert.
Das schafft ein konkretes Problem für alle, die Anthropic‑Aktien auf dem Sekundärmarkt ohne Vorstandsgenehmigung gekauft haben. Ursprüngliche Verkäufer könnten potenziell sowohl das Geld aus dem Verkauf als auch die Aktien behalten, während nachgelagerte Käufer laut Shapiro die vorrangigen Parteien für eine Rückerstattung belangen müssten. Ganze Ketten von Sekundärtransaktionen könnten auf einmal aus Anthropics Cap‑Table gelöscht werden.
Sekundärplattformen hatten Anthropic‑Aktien zu Bewertungen gehandelt, die weit über den 380 Milliarden US‑Dollar lagen, die in der jüngsten primären Finanzierungsrunde erzielt wurden, die vor etwa drei Monaten von GIC und Coatue geleitet wurde, so Business Insider. Diese Lücke zwischen primären und sekundären Preisen schürte die Nachfrage nach genau den indirekten Expositionsvehikeln, die Anthropic nun für ungültig hält.
Globale Marktauswirkungen Der Durchgreif gibt ein klares Signal an Investoren in Privatmärkten weltweit. Anthropic ist eines von nur drei Unternehmen vor dem Börsengang, neben OpenAI und SpaceX, die auf Sekundärmärkten die Billion‑Dollar‑Marke erreicht haben. Das Annullieren von Transaktionen in diesem Ausmaß könnte den Sekundärhandel mit KI‑Aktien allgemein zum Erliegen bringen, da Käufer die Durchsetzbarkeit von Übertragungsbeschränkungen bei anderen hochkarätigen Privatunternehmen neu bewerten.
Glen Anderson, CEO der Handelsbank Rainmaker Securities, sagte, dass die Nachfrage nach Anthropic‑Aktien intensiv gewesen sei, wobei Angebote manchmal innerhalb eines Tages abgegriffen wurden. „Es gibt fast keine Verkäufer“, sagte Anderson. Bradley Horowitz, General Partner bei Wisdom Ventures und früher Investor in Anthropic, wiederholte, dass sein Unternehmen „tägliche Angebote von lächerlich bis erhaben“ erhalte, aber nicht verkaufe.
Diese Nachfrage könnte nun mit rechtlicher Unsicherheit kollidieren. Käufer auf Forge, Hiive und über SPV‑Strukturen stehen vor der Möglichkeit, dass ihre Bestände keine anerkannten Eigentumsrechte besitzen.
Worauf zu achten ist Gerichte in Delaware werden wahrscheinlich die erste Instanz sein, in der die Durchsetzbarkeit von Anthropics Null‑Transfer‑Position geprüft wird. Investoren, die Sekundäraktien halten, sollten mögliche Sammelklagen im Auge behalten. Die weitergehende Frage ist, ob andere private Unternehmen im Billion‑Dollar‑Bereich ähnliche Formulierungen für Übertragungsbeschränkungen übernehmen, was die Funktionsweise von Sekundärmärkten für vorbörsliche KI‑Unternehmen weltweit neu gestalten könnte.
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