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DeepMind-Alumni-Startup Inherent behauptet, sein kleiner KI-Agent habe Anthropic und OpenAI beim Reproduzieren von Forschungsergebnissen übertroffen
Das in London ansässige KI-Labor Inherent, das von ehemaligen Google-DeepMind-Mitarbeitern gegründet wurde, behauptet, dass sein neu veröffentlichter KI-Agent Faraday bei der eigenständigen Reproduktion von Ergebnissen veröffentlichter wissenschaftlicher Arbeiten besser abgeschnitten hat als größere Modelle von Anthropic und OpenAI – eine Aufgabe, die einen Fortschritt in Richtung breiterer wissenschaftlicher Entdeckungen signalisieren könnte.
Was ist Faraday und wie hat es abgeschnitten? Faraday, das auf einem relativ kleinen Modell mit 27 Milliarden Parametern namens Qwen 3.6 basiert, wurde gegen Claude Opus 4.8 von Anthropic und GPT-5.5 von OpenAI getestet, beides deutlich größere Systeme der Spitzenklasse. Inherent gibt an, dass Faraday bei der Reproduktion von Forschungsergebnissen eine höhere Erfolgsquote erzielte, ohne dass ihm die Antwort im Voraus gegeben wurde. Das Unternehmen betonte, dass es nicht darum gehe, diese Modelle lediglich zu schlagen, sondern „Forschungsgespür" zu demonstrieren – einen Instinkt für die Konzeption und Priorisierung von Experimenten, was eine fortgeschrittenere Fähigkeit als einfaches Mustererkennen darstellt.
Warum das für die KI-Forschung wichtig ist Die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse eigenständig zu reproduzieren, ist ein grundlegender Schritt für jedes KI-System, das zu wissenschaftlichen Entdeckungen beitragen möchte. Viele Doktoranden beginnen ihre Ausbildung mit der Reproduktion bestehender Arbeiten, und Inherent-Mitbegründer und Forschungsleiter Edward Hughes zog diesen Vergleich, um die Bedeutung dieser Leistung zu unterstreichen. Der Ansatz des Startups nutzt bestärkendes Lernen, um gute Ergebnisse zu belohnen, anstatt explizit die Regeln der Wissenschaft zu vermitteln. Das Team glaubt, dass sich dies besser auf das langfristige Ziel übertragen lässt, KI-Wissenschaftler zu entwickeln, die in mehreren Bereichen arbeiten können.
Was Inherent auszeichnet Die Strategie von Inherent ist insofern einzigartig, als sie sich auf eine eng umrissene, hochwertige Aufgabe konzentriert, anstatt einen Allzweck-Assistenten zu entwickeln. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf die Entwicklung eigener Codierungswerkzeuge und lässt Faraday stattdessen OpenAIs GPT-5.5 Codex verwenden – ähnlich wie ein menschlicher Wissenschaftler bestehende Software nutzen würde. Dieser pragmatische Ansatz erlaubt es dem Team, sich auf die aus seiner Sicht zentrale Herausforderung zu konzentrieren: der KI ein „Gespür" für wissenschaftliche Forschung zu vermitteln.
London als Zentrum für KI-Talente Inherent hat seinen Hauptsitz in King's Cross, einem Londoner Viertel, das sich – nicht zuletzt dank Google DeepMind – zu einem globalen KI-Zentrum entwickelt hat. Die rund zwölf Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten vor Ort, und die Gründer zeigen sich zuversichtlich, was die Dichte an Talenten in London angeht. Mitgründer Edward Hughes hat sich jedoch auch gegen die im Vereinigten Königreich übliche Praxis der sogenannten „Gartenzeit" (Garden Leave) ausgesprochen, die seiner Aussage nach seine eigene Möglichkeit, das Unternehmen zu gründen, verzögert hat. Er argumentiert, dass diese Einschränkung britische Startups bei der Einstellung von Talenten aus früheren Positionen gegenüber US-amerikanischen Konkurrenten benachteiligt.
Wie es bei Inherent weitergeht Inherent plant, sein Team bis zum Jahresende auf etwa 20 bis 25 Mitarbeiter zu erweitern. Die Ambitionen reichen über die Reproduktion von Papieren hinaus bis hin zu Weltmodellen und breiterer KI-Forschung. Da Demis Hassabis‘ neue Rolle bei Google DeepMind einige Mitarbeiter verunsichert zurücklässt, könnte Inherent für DeepMind-Forscher, die über einen Wechsel nachdenken, ein attraktives Ziel werden. Der Fortschritt des Unternehmens ist zwar noch früh, deutet aber darauf hin, dass ein kleines, fokussiertes Team bei bestimmten wissenschaftlichen Aufgaben mit deutlich größeren Akteuren mithalten kann.
Fazit Die Behauptung von Inherent, dass sein kleiner KI-Agent bei der Reproduktion von Forschungsergebnissen besser abgeschnitten hat als Spitzenmodelle, ist ein bemerkenswerter Beleg für die Wirksamkeit fokussierter Ansätze, die auf bestärkendem Lernen basieren. Auch wenn das übergeordnete Ziel des Unternehmens – KI-gesteuerte wissenschaftliche Entdeckungen – noch in weiter Ferne liegt, unterstreicht dieser frühe Erfolg das Potenzial wendiger, spezialisierter Teams, größere etablierte Anbieter herauszufordern. Die wissenschaftliche Gemeinschaft wird nun beobachten, ob sich Faradays „Gespür" in wirklich neue Entdeckungen umsetzen lässt.
Häufig gestellte Fragen F1: Was ist Faraday? Faraday ist ein KI-Agent, der von Inherent entwickelt wurde, einem in London ansässigen Startup, das von DeepMind-Alumni gegründet wurde. Er wurde entwickelt, um die Ergebnisse veröffentlichter wissenschaftlicher Arbeiten eigenständig zu reproduzieren – eine Aufgabe, die das Verständnis und die Durchführung experimenteller Abläufe erfordert.
F2: Wie schneidet Faraday im Vergleich zu anderen KI-Modellen ab? Laut Inherent übertraf Faraday Claude Opus 4.8 von Anthropic und GPT-5.5 von OpenAI bei der Reproduktion von Forschungsergebnissen, obwohl es auf einem viel kleineren Modell (Qwen 3.6 mit 27 Milliarden Parametern) basiert. Das Unternehmen führt dies auf den Einsatz von bestärkendem Lernen zurück, um dem Agenten die Entwicklung von „Forschungsgespür" beizubringen.
F3: Was ist „Garden Leave" und warum ist es umstritten? Garden Leave ist eine im Vereinigten Königreich verbreitete Praxis, bei der ausscheidenden Mitarbeitern für einen bestimmten Zeitraum nach ihrer Kündigung untersagt ist, einem Konkurrenzunternehmen beizutreten oder ein solches zu gründen. Edward Hughes, Mitgründer von Inherent, sagt, diese Einschränkung behindere die Fähigkeit britischer Startups, schnell Talente einzustellen, und verschaffe US-amerikanischen Wettbewerbern einen Vorteil.
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