Zwei große Krypto‑Börsen haben am selben Tag Vorhersagemarkt‑Funktionen eingeführt, die es Nutzern ermöglichen, echtes Geld auf die Ergebnisse von Weltereignissen zu setzen, ein Schritt, der einen wachsenden Vorstoß zentralisierter Plattformen in ein Gebiet signalisiert, das lange Zeit dezentralen Diensten vorbehalten war.
Phemex und HTX gingen beide am 24. April 2026 live und boten Produkte an, die es Händlern ermöglichen, darauf zu wetten, ob bestimmte reale Ereignisse eintreten werden oder nicht.
Die Markteinführungen markieren einen Wandel in der Krypto‑Industrie, in der ereignisbasierte Wetten bisher größtenteils auf dezentrale Plattformen beschränkt waren.
Jetzt schließen sich große etablierte Börsen dem Rennen an und präsentieren diese Produkte als eine Form des Handels, die an Nachrichten gebunden ist, statt als Glücksspiel.
Vorhersagemarkt‑Produkte gehen am selben Tag live Phemex, das über eine Nutzerbasis von mehr als 10 Millionen Händlern verfügt, hat eine Funktion eingeführt, die es Nutzern ermöglicht, Ja‑ oder Nein‑Positionen zu Ergebnissen in drei Kategorien einzunehmen: Weltereignisse, Sport und Kryptowährungen.
Jede Transaktion wird über ein bestehendes Konto auf der Seite abgewickelt und verwendet USDT. Das Unternehmen veranstaltete von 23. April bis 20. Mai 2026 einen vierwöchigen Wettbewerb namens Prediction Championship, um das Interesse der Menschen sofort zu wecken.
Die Fähigkeit der Nutzer, Ergebnisse vorherzusagen, bestimmt ihre Platzierung im Wettbewerb.
Federico Variola, CEO von Phemex, verknüpfte das Produkt mit umfassenderen Veränderungen in der Funktionsweise von Märkten.
„Vorhersagemärkte stellen eine wichtige Weiterentwicklung der Marktstruktur dar“, sagte er.
„Sie verwandeln Informationen und kollektive Erwartungen in handelbare Signale. Diese Kategorie auf Phemex zu bringen, ist Teil unserer umfassenderen Strategie, ein vollständigeres Handelsökosystem rund um die tatsächliche Funktionsweise der Märkte von heute aufzubauen.“
Am selben Tag veröffentlichte HTX seine eigene Version, die jedoch fokussierter war.
Das erste Ereignis konzentriert sich darauf, ob die fortlaufenden Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zu einem Abkommen führen werden. Das Ereignis startet mit einem Preisgeld von 8.000 USDT und läuft vom 24. April bis zum 30. April 2026.
Durch die Hinzufügung aller während des Ereigniszeitraums erzielten Handelsgebühren erhöht sich dieser Betrag im Laufe der Zeit. Bitcoin oder Ethereum werden von Nutzern gehandelt, die glauben, dass ein Abkommen zustande kommt.
Diejenigen, die denken, dass die Verhandlungen nicht erfolgreich sein werden, handeln mit dem goldgedeckten Token XAUT.
Rivalen und Regulierungsbehörden behalten die Entwicklungen genau im Blick Beide Börsen folgen einem Weg, den Polymarket bereits geebnet hat. Nur wenige Wochen vor den beiden Markteinführungen sagten Händler auf Polymarket korrekt voraus, dass Meta AI‑bezogene Entlassungen im Umfang von 8.000 bis 15.800 Mitarbeitern durchführen würde.
Die Wettquoten für dieses Ergebnis stiegen innerhalb von nur fünf Tagen von 77 % auf 85 %, noch vor einer offiziellen Ankündigung. Analysten sagten, dass Händler Signale im $135‑Milliarden‑AI‑Ausgabenplan von Meta erkannt und die Zusammenhänge erkannt haben, bevor traditionelle Nachrichtenmedien dies taten.
Dieses einzelne Ereignis generierte 112.000 $ an Wetten, bevor die Nachricht veröffentlicht wurde.
Der wesentliche Unterschied zwischen Polymarket und den neuen Akteuren liegt in ihrer Struktur. Polymarket operiert ohne zentrale Kontrolle und nutzt einen breiten Pool von Nutzern, deren kollektives Urteil die Genauigkeit seiner Vorhersagen bestimmt.
HTX und Phemex hingegen sind zentralisierte Börsen, die Vorhersagewetten zusätzlich zu ihren bestehenden Handelsplattformen hinzufügen.
Ob diese Struktur die gleiche Qualität von crowd‑gesponserten Vorhersagen liefern kann, bleibt eine offene Frage.
Behörden haben Bedenken geäußert hinsichtlich der Expansion dieser Märkte.
Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Josh Kaul, hat kürzlich eine Beschwerde gegen mehrere Unternehmen eingereicht, die in diesem Bereich tätig sind, und nannte Kalshi, Coinbase, Polymarket, Robinhood und Crypto.com. Sein Büro bezeichnete sie als nicht lizenzierte Glücksspieloperationen.
„Illegale Aktivitäten mit fadenscheinigen Vorwänden zu verschleiern, macht sie nicht legal“, sagte Kaul.
Ob diese Produkte der bundesstaatlichen Regulierung durch die US‑Commodity Futures Trading Commission unterliegen oder ob die Bundesstaaten die Befugnis haben, sie als Glücksspiel zu betrachten und entsprechende Vorschriften zu erlassen, steht im Mittelpunkt des Rechtsstreits.
Der breitere Sektor beobachtet, ob große, zentral verwaltete Plattformen Polymarkets Vorhersagehistorie reproduzieren können.
Der gleichzeitige Start von Vorhersageprodukten durch zwei bedeutende Börsen deutet auf einen breiteren Versuch der Plattformen hin, Nutzer anzuziehen, indem sie alltägliche Nachrichten in etwas verwandeln, zu dem Menschen ihre Meinung äußern können.
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