Maximal Extractable Value, kurz MEV, entsteht, weil die Reihenfolge von Transaktionen finanzielle Ergebnisse verändern kann. Ein Handel kann den Poolpreis bewegen, eine Orakelaktualisierung einen Kredit liquidierbar machen. Wer eine günstige Stelle in dieser Abfolge erkennt und sichert, kann Wert abschöpfen.
Wer beteiligt ist
MEV hieß ursprünglich Miner Extractable Value im Proof-of-Work-Kontext. Der breitere Begriff umfasst auch Proof of Stake und andere Ausführungsmodelle. Ethereum verwendet inzwischen Proof of Stake; seine MEV hängt daher nicht von Minern ab.
Searcher erkennen Möglichkeiten und reichen Transaktionen oder Bündel ein. Builder können Blöcke zusammenstellen, Validatoren schlagen sie vor; die Rollen können über Auktionen und Relays zusammenwirken. Zahlungen für die Aufnahme verteilen einen Teil des möglichen Werts auf die Teilnehmer. Der Bruttohandelsgewinn eines Searchers unterscheidet sich deshalb vom Gewinn nach Ausführungskosten und Zahlungen.
Nützliche Anreize und schädliche Reihenfolgen
Arbitrage kann Marktpreise angleichen, Liquidationsanreize können Kreditprotokollen beim Umgang mit unzureichend gedeckten Schulden helfen. Sandwich-Handel kann dagegen die Ausführung eines anderen Nutzers verschlechtern, indem Transaktionen davor und danach platziert werden.
MEV kann zudem teuren Wettbewerb und Konzentration in der Transaktionsinfrastruktur fördern. Private Einreichung und alternative Handelsmodelle können manche Risiken verringern, doch ihr Schutz hängt von Umsetzung und Vertrauensannahmen ab. MEV ist eine Kategorie reihenfolgebezogenen Werts und kein Synonym für jeden Blockchain-Angriff.