Eine Divergenz ist eine Abweichung zwischen Kursverhalten und einem Indikator, häufig einem Momentummaß wie dem Relative Strength Index (RSI). Händler vergleichen zusammengehörige Kursschwünge mit denen des Indikators, um zu prüfen, ob das Momentum den beobachteten Trend stützt. Es geht um Richtung und Struktur, nicht um den numerischen Abstand zwischen beiden Skalen.
Reguläre Divergenzen lesen
Eine reguläre bullische Divergenz liegt vor, wenn der Kurs ein tieferes Tief und der Indikator ein höheres Tief bildet. Beispielsweise könnte das Kurstief eines Vermögenswerts von 100 auf 95 fallen, während die zugehörigen RSI-Tiefs von 25 auf 32 steigen. Das deutet auf möglicherweise nachlassendes Abwärtsmomentum hin.
Eine reguläre bärische Divergenz zeigt das Gegenteil: Der Kurs erreicht ein höheres Hoch, der Indikator dagegen ein niedrigeres Hoch. Das kann auf schwächer werdendes Aufwärtsmomentum hindeuten.
Hinweis statt Zeitplan
Eine Divergenz beweist weder, dass eine Umkehr eintritt, noch wann. Ein starker Trend kann trotz wiederholter Divergenzen weiterlaufen. Zeiteinheit, Indikatoreinstellungen und die Wahl der Vergleichspunkte können die Interpretation verändern.
Kursstruktur, Handelsvolumen und das breitere Marktumfeld liefern zusätzlichen Kontext. Mehrere Indikatoren aus denselben Kursdaten sind nicht zwangsläufig unabhängige Belege. Eine Divergenz allein ergibt zudem noch keinen vollständigen Handelsplan.