Blue Chip beschreibt einen Vermögenswert, der in seinem Markt als etabliert und vergleichsweise glaubwürdig gilt. Der Ausdruck stammt aus dem Aktienbereich und bezeichnet dort bedeutende Unternehmen mit bewährter Geschäftstätigkeit. Bei Krypto ist er eine informelle Reputationsbezeichnung, keine Zertifizierung, rechtliche Kategorie oder Sicherheitsgarantie.
Was die Bezeichnung meist widerspiegelt
Marktteilnehmer berücksichtigen häufig Bestandsdauer, Marktkapitalisierung, Liquidität, Verbreitung und Betriebshistorie eines Projekts gemeinsam. Bitcoin und Ether werden oft als Krypto-Blue-Chips bezeichnet. Eine allgemein anerkannte Liste oder verbindliche Mindestgröße gibt es jedoch nicht. Ein hoher Stückpreis allein qualifiziert einen Vermögenswert nicht.
Der Vergleich bezieht sich auf den Kryptomarkt. Dass eine Kryptowährung etablierter als ein neuer Token ist, verleiht ihr nicht dasselbe Risikoprofil wie Aktien eines reifen Unternehmens oder einer Bareinlage.
Grenzen der Reputation
Das Etikett beseitigt weder starke Kursverluste noch Verwahrungsrisiken oder Veränderungen bei Technologie und Nachfrage. Auch Liquidität kann sich unter Stress verschlechtern. Die Bezeichnung fasst eine aus vergangenen Erfahrungen entstandene Wahrnehmung zusammen; sie bestimmt keinen angemessenen Wert und prognostiziert keine Rendite. Verschiedene Kommentatoren können sie großzügiger oder für unterschiedliche Vermögenswerte verwenden.